Hans-Kelsen-Forschungsstelle eröffnet

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Am 17. März 2006 wurde am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht am Lehrstuhl von Professor Matthias Jestaedt die Hans-Kelsen-Forschungsstelle eröffnet. Hier wird die Publikation der Hans-Kelsen-Werke vorbereitet, die ab 2007 im Verlag Mohr Siebeck in Tübingen erscheinen werden. Das Langzeitprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Bundeskanzler der Republik Österreich gefördert und ist mit einem Umfang von rund 20.000 Druckseiten das zurzeit wohl größte Editionsprojekt dieser Art in der deutschen Jurisprudenz. Die historisch-kritische Edition wird erarbeitet in Kooperation mit dem Hans Kelsen-Institut in Wien, in dem der Nachlass Kelsens aufbewahrt wird, sowie mit Unterstützung von Kelsen-Spezialisten aus der ganzen Welt.

Während der Eröffnung waren der Dekan und ein Großteil der Ordinarien der Juristischen Fakultät anwesend; außerdem Dr. Franz-Peter Gillig, der das Projekt im Verlag Mohr Siebeck verlegerisch betreut.

Die Räumlichkeiten der Hans-Kelsen-Forschungsstelle konnten durch die finanzielle Unterstützung der Hochschulleitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg rasch und großzügig eingerichtet werden und bieten nun zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie vier wissenschaftlichen Hilfskräften hervorragende Arbeitsbedingungen. Schon jetzt verfügt die Forschungsstelle über sämtliche publizierte Werke Kelsens sowie über die wohl größte Sammlung von Kelsen-Fotografien.

Hans Kelsen (1881-1973) ist einer der weltweit berühmtesten Juristen des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt seines in mehr als 25 Sprachen publizierten Ouvres steht die "Reine Rechtslehre", sein positivistisch-ideologiekritisches Konzept der Rechtswissenschaft. Daneben gehört Kelsen, einer der "Väter" der österreichischen Bundesverfassung von 1920 und Richter des österreichischen Verfassungsgerichtshofs, zu den wenigen engagierten Verteidigern der Demokratie in den Wirren der Weimarer Republik. Nicht zuletzt steht sein Name für ein Verständnis des Völkerrechts, auf dessen Grundlage "Peace through Law" erreicht werden kann. Die Publikation seines gesamten Ouvres ist auch, so der Leiter der Forschungsstelle, Professor Jestaedt, "eine Art Wiedergutmachung" an einem von den Nationalsozialisten wegen seiner jüdischen Herkunft 1933 aus dem Kölner Professorenamt entfernten Gelehrten. Seit etwa 20 Jahren erleben die Schriften Kelsens auch in Deutschland wieder eine Renaissance.

 

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(c) Otto Lierendahl, Köln
 

 

 

 


 

 

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