Aktuelles

Förderung für 25 Jahre: Historisch-kritische Edition der Werke Hans Kelsens wird ins Akademienprogramm aufgenommen

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat beschlossen, die „Hans Kelsen Werke“, ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, als eines von drei Projekten im Jahr 2018 neu in das Akademienprogramm aufzunehmen und in den kommenden 25 Jahren zu fördern. Der Freiburger Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Matthias Jestaedt verantwortet die historisch-kritische Edition der Werke von Hans Kelsen (1881–1973), der als einer der weltweit berühmtesten Juristen des 20. Jahrhunderts und wichtigster Rechtstheoretiker deutscher Muttersprache gilt. Sein wissenschaftliches Œuvre umfasst bahnbrechende Arbeiten zur Rechtstheorie sowie zahlreiche Beiträge zu Theorie und Dogmatik des Staats- und Völkerrechts, zur Rechtssoziologie sowie zur Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie. Der Staatsrechtslehrer musste aufgrund seiner jüdischen Abstammung Deutschland 1933 verlassen und nahm 1945 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.
Seit 2006 gibt es die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Hans-Kelsen-Forschungsstelle, die seit 2011 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg angesiedelt ist. Die Forschungsstelle wird bis Ende 2042 die gesamte Edition in 32 Bänden sowohl gedruckt als auch digital veröffentlichen – fünf Bände sind schon erschienen. Neben Matthias Jestaedt als Leiter und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Freiburg ist für das Projekt eine weitere Arbeitsstelle an der Universität Frankfurt am Main angesiedelt. Außerdem wird die Edition in Kooperation mit dem Hans Kelsen-Institut in Wien/Österreich, in dem der Nachlass Kelsens aufbewahrt wird, sowie mit Unterstützung von Kelsen-Spezialistinnen und -spezialisten aus der ganzen Welt erarbeitet.
Das von Bund und Ländern je zur Hälfte finanzierte Akademienprogramm ist das derzeit größte geisteswissenschaftliche Forschungsprogramm der Bundesrepublik. Es wird koordiniert von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, der Dachorganisation von acht deutschen Wissenschaftsakademien.

[Pressemitteilung der Akademie der Wissenschaften und Literatur | Mainz]

Feierliche Präsentation der Studienausgabe der Zweitauflage von Hans Kelsens „Reine[r] Rechtslehre“

Am 07. November 2017 luden der Verfassungsgerichtshof (VfGH), das Hans Kelsen-Institut (HKI) und die Hans-Kelsen-Forschungsstelle (HKF) zur feierlichen Präsentation der Zweitauflage von Hans Kelsens „Reine[r] Rechtslehre“ in den Verfassungsgerichtshof der Bundesrepublik Österreich ein. Zu den Festrednern gehörten u.a. SC i.R. Univ-Prof. Dr. Gerhart Holzinger, Präsident des VfGH, ao. Univ-Prof. Dr. Thomas Olechowski, Geschäftsführer des HKI, sowie Prof. Dr. Matthias Jestaedt, Leiter der HKF. Unter den Anwesenden waren ebenfalls Vertreter der beteiligten Verlage Mohr Siebeck (Tübingen) und Verlag Österreich (Wien). Beim Anschließenden Empfang konnte ausgiebig über das Werk Kelsens diskutiert werden.

Zweite Auflage der „Reine[n] Rechtslehre“ als Studienausgabe erschienen

Nachdem die 1934 erschienene Erstauflage von Hans Kelsens „Reine[r] Rechtslehre“ im Jahre 2008 als Studienausgabe erschienen ist, folgt nun im selben Format die Studienausgabe der Zweitauflage aus dem Jahre 1960. Zwischen den Auflagen 1934 und 1960 liegen nicht nur ein Vierteljahrhundert und ein Weltkrieg, sondern auch ein Umfangswachstum auf den fünffachen Wert und ein vielfältiger Reifungsprozess von Kelsens Allgemeiner Rechtslehre. Die Zweitauflage bildet zugleich Höhepunkt und Abschluss der sog. »Klassischen Phase« im rechtstheoretischen Werk Hans Kelsens. Überhaupt darf die auf Deutsch erschienene Zweitauflage, die in mehr als ein Dutzend andere Sprachen übersetzt worden ist, als die reifste und letzte geschlossene Darstellung der Reinen Rechtslehre gelten. Gemeinsam mit H.L.A. Harts „Concept of Law“ (1961) stellt sie das wirkmächtigste Werk des modernen rechtstheoretischen Diskurses dar.
Die vorliegende Studienausgabe enthält, anders als die seit 1992 publizierten Nachdrucke, auch den für das (Selbst-)Verständnis der Reinen Rechtslehre bedeutsamen Anhang zum Problem der Gerechtigkeit. Im Anmerkungsapparat sind darüber hinaus die aus Anlass der Übersetzung der Zweitauflage ins Italienische 1966 von Kelsen vorgenommenen Korrekturen am deutschen Text erstmals berücksichtigt worden. (Quelle: Mohr Siebeck)

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Band 4 der Hans Kelsen Werke im Januar 2014 erschienen

Band 4 der HKW vereinigt insgesamt 17 von Format, Stil und Inhalt her sehr unterschiedliche Beiträge Kelsens aus der Zeit unmittelbar nach Auflösung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie im Oktober 1918 bis zur Konsolidierung der Ersten Republik unter dem Bundes-Verfassungsgesetz vom Oktober 1920. Das Augenmerk des Verfassungsberaters von Staatskanzler Karl Renner richtet sich in dieser Zeit in besonderem Maße auf die aktuellen staatsrechtlichen und staatspolitischen Probleme – sei es die Stellung des unter der Republik erstmals eingerichteten Amtes des Staatskanzlers oder ganz grundsätzlich die Organisation der Exekutive, seien es Fragen nach dem Anschluss Deutsch-Österreichs an das Deutsche Reich oder die Stellung der Länder im künftigen Verfassungswerk, seien es Fragen des (Verhältnis-)Wahlrechts, dem er in rascher Folge allein vier Beiträge widmet. In dieselbe Schaffensphase – und in spürbarem Zusammenhang mit den Wahlrechtsbeiträgen – fallen die ersten systematischen Studien Kelsens zu Wesen und Wert der Demokratie, die 1929 in der berühmten Zweitauflage des gleichnamigen Werkes ihren vorläufigen Abschluss finden werden. Mit den beiden Grundlagenarbeiten „Zur Theorie der juristischen Fiktionen“, in der sich Kelsen mit Hans Vaihingers „Philosophie des Als Ob“ auseinandersetzt, und „Das Problem der Souveränität und die Theorie des Völkerrechts“, in der er erstmals auch das Völkerrecht in seine rechtstheoretische Feldvermessung einbezieht, führt Kelsen den Reifungs- und Konsolidierungsprozess seiner im Jahre 1911 begründeten und in „Das Problem der Souveränität …“ erstmals als „rein“ bezeichneten Rechtslehre fort.

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Band 5 der Hans Kelsen Werke im Mai 2011 erschienen

Band 5 der chronologisch angelegten und historisch-kritisch bearbeiteten Gesamtausgabe der Schriften von Hans Kelsen (1881-1973) vereinigt die vom Autor besorgten Textausgaben und Kommentierungen der "Verfassungsgesetze der Republik Deutschösterreich" (Erster bis Dritter Teil, 1919) respektive der "Verfassungsgesetze der Republik Österreich" (Vierter Teil, 1920). Gegenstand sind die im materiellen Sinne verstandenen Verfassungsgesetze aus der Umbruchzeit von der Auflösung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie (Oktober 1918) über die auf den Anschluss an das Deutsche Reich ausgerichtete Republik Deutschösterreich bis hin zu der auf der Grundlage des Vertrages von St. Germain (September 1919) konsolidierten, eigenständigen und bundesstaatlich ausgerichteten Republik Österreich. Damit dokumentierte Kelsen unter Mithilfe von Georg Froehlich (1872-1939) und Adolf Julius Merkl (1890-1970) im Besonderen die Arbeiten der Provisorischen (1918-1919) sowie der Konstituierenden Nationalversammlung (1919-1920). Nicht in HKW 5 eingeschlossen ist der Fünfte Teil der "Verfassungsgesetze der Republik Österreich", welcher den 1922 erschienenen Kommentar zur Bundesverfassung von 1920 enthält. Kelsen, der im Jahre 1919 sowohl Mitglied des deutschösterreichischen Verfassungsgerichtshofes als auch Ordinarius an der Universität Wien wurde, trat hier nicht nur als Staatsrechtslehrer in Erscheinung, sondern konnte sich seines Spezialwissens als Verfassungsberater (ab November 1918) des Staatskanzlers Karl Renner (1870-1950) bedienen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die - jeweils politisch brisanten - Thesen, dass zwischen der Monarchie und der Republik rechtliche Diskontinuität bestehe und dass die Republik Deutschösterreich ein zentralistischer Einheitsstaat sei. Der XII und 765 Seiten umfassende Band wird in Leinen gebunden und ist im Mai 2011 beim Mohr Verlag Tübingen (als Einzelband unter der ISBN 978-3-16-149984-5 zu € 169,- und in der Subskription unter der ISBN 978-3-16-149985-2 zu ca. € 149,-) erschienen.

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Band 3 der Hans Kelsen Werke im Mai 2010 erschienen

Band 3 der HKW enthält Kelsens Publikationen aus den Jahren 1911 bis 1917, umfasst also die Phase nach dessen Habilitation bis in die letzten Jahre der Donaumonarchie. Die insgesamt 25 Beiträge zeigen ein vielschichtiges Bild des Autors: Neben mehreren Buchbesprechungen und kleineren, tagesaktuellen Arbeiten finden sich Studien, in denen Kelsen den in seiner Habilitationsschrift (HKW 2) grundgelegten ideologiekritisch-positivistischen Ansatz weiterent-wickelt und entfaltet. Der in Leinen gebundene Band ist beim Verlag Mohr Siebeck in Tübingen (als Einzelband unter der ISBN 978-3-16-149438-3 zu € 179,-, in der Subskription unter der ISBN 978-3-16-149439-0 zu € 159,-) erschienen.

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Aus einer Rezension zu Band 1:

"Bei den HKW handelt es sich [...] um eine hervorragende, weil außergewöhnlich hohen Ansprüchen gerecht werdende Werkausgabe. Sie wird, da der erste Band kraft seiner hohen Qualität für seine Folgebände spricht, einen optimalen Zugang zu den Werken Kelsens und mit der sorgfältigen, informationsreichen und sachkundigen editorischen Bearbeitung allen rechtstheoretisch Interessierten und allen Kelsen-Forschern wertvolle wissenschaftliche Beiträge bieten. Alles Lob für Matthias Jestaedt und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und alle guten Wünsche für die vor ihnen liegende Arbeit."

Heinz Peter Rill, Zeitschrift für Verwaltung 2008, 770 - 771

 

Band 2: Veröffentlichte Schriften 1911 im Dezember 2008 erschienen

Der zweite Band der chronologisch angelegten und historisch-kritisch bearbeiteten Gesamtausgabe enthält mit den "Hauptproblemen der Staatsrechtslehre entwickelt aus der Lehre vom Rechtssatze" die im Jahre 1911 erschienene Habilitationsschrift Kelsens. Sie wird im Rahmen der Hans Kelsen Werke in zwei leinengebundenen Halbbänden vorgelegt und ist seit Dezember 2008 beim Mohr Verlag Tübingen (in der Subskription unter der ISBN 978-3-16-149437-6 zu € 179,-, außerhalb der Subskription unter der ISBN 978-3-16-149436-9 zu € 199,-) erhältlich.

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Präsentation von HKW 1 beim österreichischen Bundespräsidenten

Auf Einladung des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer wurde am 5. Dezember 2007 in dessen Amtssitz in der Alten Hofburg in Wien Band 1 der „Hans Kelsen Werke“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen der Feierlichkeit wurde zugleich eine Kelsen-Büste enthüllt, die eine Kopie des im Arkadenhofs der Wiener Universität stehen-den Originals ist und künftig in einem Raum des Leopoldinischen Traktes der Alten Hofburg ihren Platz finden wird, welcher die Bezeichnung „Hans Kelsen-Zimmer“ trägt.

 

 

Band 1: Veröffentlichte Schriften 1905-1910 und Selbstzeugnisse

Der erste Band der Hans Kelsen Werke beinhaltet die veröffentlichten Schriften Kelsens aus den Jahren 1905 bis 1910 sowie zwei Selbstzeugnisse und umfasst X und 719 Seiten. Der Band ist in Leinen gebunden und kann beim Mohr Verlag Tübingen (als Einzelband unter der ISBN 978-3-16-149419-2 zu € 149,- und in der Subskription unter der ISBN 978-3-16-149420-8 zu € 129,-) bezogen werden.

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Festakt für Kelsen im Österreichischen Parlament

Mit einem prominent besetzten Festakt im Österreichischen Nationalrat wurde am 11. Oktober 2006 der 125. Geburtstag des wohl bedeutendsten deutschsprachigen Rechtswissenschaftlers des 20. Jahrhunderts, Hans Kelsen (1881-1973), gefeiert. Bei diesem Anlass stellte Professor Dr. Matthias Jestaedt erstmals einer größeren Öffentlichkeit das Editionsprojekt der "Hans Kelsen Werke" vor, das seit Februar 2006 unter seiner Leitung an der Hans-Kelsen-Forschungsstelle der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, in Kooperation mit dem Hans Kelsen-Institut (Wien), erarbeitet wird. Der österreichische Bundespräsident, Heinz Fischer, hielt den Festvortrag.

[Bericht | Fotos]

 

Sonderedition

Anlässlich des Kelsen-Festakts erschien die Sonderpublikation "Hans Kelsen im Selbstzeugnis" als Auftakt der Reihe "Hans Kelsen Werke".

[pdf]

 

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Edition der Hans Kelsen Werke

[Bericht]

(c) Anne Feder Lee
 
 

 

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